Tuning der Polhöhenwiege - Part II - P H O T O N E N F A N G . D E

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Tuning der Polhöhenwiege - Part II
Ich hatte im letzten Jahr meine 8" Meade Superwedge von der Firma Mastro-Tek verbessern lassen. Die durchgeführten Änderungen brachten auch eine enorme Steigerung der Stabilität und der Justierbarkeit mit sich. Nun war es aber an der Zeit, noch mehr in Sachen Präzision zu unternehmen. Zum einen sind im Laufe der Zeit meine Ansprüche weiter gestiegen und zum anderen muss meine Montierung deutlich mehr Last tragen und dies wirkt sich natürlich auch auf die Stabilität der Wiege aus. Mehr durch Glück bin ich auf einen sehr talentierten und engagierten CNC-Spezialisten getroffen. Der hatte noch nie etwas für einen Sternenfreund gefertigt und somit war er über diese Herausforderung merklich erfreut.
Das Problem bei der Einstellung der Elevation der Wiege liegt vor Allem bei der fest verschraubten Gewindeführung auf der Rückseite der Wiege. Hier wird die Gewindestange einfach durch eine der Querstreben geführt und wenn die Elevation verstellt wird, ändert sich der Winkel der Spindel zur Trägerplatte. Daraus resultieren Spannung und Scherkräfte auf der Spindel und diese behindern eine saubere Justage.
Abhilfe schafft hier ein Bock, der frei beweglich auf der Querstrebe läuft und den Druck der Gewindespindel aufnimmt. Er ändert seine Lage je nach Notwendigkeit und somit ist er immer ich richtigen Winkel zur Trägerplatte. Die jetzt gut proportionierten Feststellschrauben an der Seite der Wiege erlauben nun ein fixieren der Trägerplatte mit nur drei Fingern. Ein Verschieben oder Verkanten durch den Einsatz von zu viel Körperkraft kann somit nicht mehr passieren.
Die Schwierigkeit bei der Einstellung des Azimutes liegt eher in der Menge der verwanden Teile. So besteht der an der Wiege befestigte Zapfen aus zwei Teilen. Diese sind nicht miteinander verriegelt, sondern werden nur durch sehr dünne und deutlich zu lange Schrauben an der Wiege gehalten. Dieses Konstrukt verzieht sich bei Belastung und eine genaue Positionierung ist unmöglich. Das entsprechende Gegenstück an dem Dreibein ist aus einem Stück gefertigt und somit deutlich stabiler. Hier kommt der zu große Abstand zum Dreibein zum Tragen. Das mit zu langen Schrauben befestigte Teil verdreht sich unter Last und erschwert somit zudem die Justage.
Hier half die Neukonstruktion der beiden Teile. Zum Einen gefertigt aus einem Stück und zum Anderen mit einer festeren Verbindung zum jeweiligen Anschlussstück.
Ein weiteres Problem für die azimutale Justage liegt in dem generellen Aufbau des Dreibeins begründet. Meade versuch hier mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. A) Das Dreibein soll mobil sein, also möglichst gering in seinen Packmaßen. Hierzu werden die Beine angelegt und beim Aufbau wieder ausgeklappt. Fixiert werden die Beine mit einem Stahlkreuz, dass mit Hilfe einer Spannstange die Beine auseinanderdrückt. B) Das Dreibein soll das Teleskop als azimutale Montierung, also ohne Wiege, tragen. Hierzu wird mit der Spannstange der Beine gleichzeitig in den Boden des Teleskopen geschraubt und somit das Teleskop auf dem Dreibein gesichert. C) Das Dreibein soll das Teleskop als parallaktische Montierung, also mit Wiege, tragen. In diesem Fall wird die Spannstange der Beine durch das Loch in der Wiege geführt und von oben mit einer überdimensionalen Kontermutter gesichert. Die Spannstange wird also entweder von dem Teleskop oder von der Kontermutter der Wiege gehalten. An der Unterseite kann die notwendige Länge der Spannstange per Mutter und Drehknauf eingestellt werden. Hier liegt nun das Problem! Während das Teleskop die Zugkraft der Stange locker aushält, so resultiert diese Zugkraft bei der Wiege in einem zu starken Andruck der Wiege auf das Dreibein.
Hier wurde die fehlende Entkopplung der beiden Aufgaben mittels einer passenden Gewindehülse im Kopf des Dreibeins realisiert. So kann die komplett neugefertigte Stange von unten mit einem großen Rändelknauf gegen diese Hülse gespannt werden. Das Dreibein ist also stabil entfaltet und gesichert. Von oben wird auf das resultierende Stück der Spannstange, die Wiege mit einem zweiten Rändelknauf soweit gesichert, dass eine azimutale Justage noch leichtgängig möglich ist.
Mir ist klar, dass Meade bei der Konstruktion seiner Teleskope und Montierungen immer einen Kompromiss eingehen muss. Dennoch würde ich mir bei den ansehnlichen Preisen ein Produkt wünschen, was zumindest annähernd die qualitativen Merkmale meiner Lösung aufweist. clear skies.
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